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Photovoltaik-Ausbau an der A 23

Im Dialog mit Frau R.

15. Januar 2024

Sehr geehrte Frau Hahn!


Sie bewerben sich um das Amt als Bürgermeisterin für die Stadt Tornesch.


Als Landwirtin im Ortsteil …  interessiert mich, wie sie zum Photovoltaik Ausbau entlang der Autobahn 23 stehen.


Unterstützen Sie den Ausbau?


Wir bewirtschaften dort schon über 20 Jahre Flächen zur Pacht. Im wesentlichen stellt das Grünland unser Futter für unseren Pferdebetrieb sicher.


Alternative Flächen würden weitere Wege, Zeit, Dieselverbrauch etc. bedeuten.


Uns interessiert dieser Umstand nicht zuletzt auch, weil unsere Tochter als studierte Hofnachfolgerin sich Planungssicherheit wünscht.


Außerdem haben wir über die Landgesellschaft eine Pachtfläche am Hof. Diese ist als Ausgleichsfläche für das Gewerbegebiet vorgesehen. Auch dieses Vorhaben würde zu Lasten der Schulponys unseres Betriebes sein.


Wir sind 2003 für die artgerechte Haltung in unserem Betrieb ausgezeichnet worden. Wäre es nicht sinnvoll, den Tieren im Sommer auch weiterhin Weidegang zu ermöglichen?


In unserem Betrieb reiten wöchentlich 150 Kinder aus Tornesch und Umgebung.


Mit freundlichen Grüßen S. R.

28. Januar 2024

Liebe Frau R.,


vielen Dank für Ihre Mail.


[…]


Zunächst, wie von Ihnen erbeten, einige grundsätzliche Erwägungen zum Thema Photovoltaik:


Der Photovoltaik als CO2-neutraler Energie wie auch der Windkraft stehe ich grundsätzlich sehr positiv gegenüber, auch aus Kostengründen. Denn Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung. Hierbei ist jedoch der Installation auf bereits versiegelten Flächen der Vorzug zu geben. Und hier ist – insbesondere bei Dächern von Gebäuden – noch reichlich Luft nach oben vorhanden.


Die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich gut nutzbaren Flächen wie Acker und Grünland lehne ich grundsätzlich ab. Jedoch stellt sich die Frage, inwieweit landwirtschaftlich genutzte Flächen in unmittelbarer Nähe von stark frequentierten Verkehrswegen (z.B. Autobahnen) durch die infolge des Verkehrs verursachten Emissionen (Staub, Reifenabrieb, Salz, Lärm und Abgas) so stark belastet werden, dass eine umweltverträgliche landwirtschaftliche Nutzung zumindest fraglich ist. Hier gilt es dann, sorgfältig abzuwägen.


Ihre Sorgen bezüglich der von Ihnen gepachteten Flächen kann ich gut nachvollziehen. Jedoch verfüge ich zur Zeit noch nicht über die notwendigen Aktenkenntnisse, um an einer tragfähigen Lösung mitzuwirken. Über die Inanspruchnahme von Ausgleichsflächen entscheidet im Übrigen nicht die Bürgermeisterin, sondern die Ratsversammlung im Rahmen der entsprechenden Bauleitplanung.

Nach meiner Wahl zur Bürgermeisterin bin ich gerne bereit, mit Ihnen ein ausführliches Gespräch zu führen, um die Details, die sich aus ihrer E-Mail nicht ergeben, mit Ihnen zu besprechen und nach Lösungen zu suchen.


Gerne höre ich dann wieder von Ihnen.


Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Ann Christin Hahn


P.S.: […]

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